Vereinigung zur Bekämpfung des Bolschewismus: Auf zum Kampf gegen den Bolschewismus!

Plakat, ca. 1920, 29,7 x 23,3 cm

Zustand: 0-1 (Definition)

Preis: 42,00 €

Zusätzliche Informationen:

Am 10. Januar 1919 trafen sich etwa 50 Spitzenvertreter der deutschen Industrie-, Handels- und Bankenwelt und richteten einen Antibolschewistenfonds der deutschen Unternehmerschaft ein. Paul Mankiewitz von der Deutschen Bank organisierte das Treffen in den Räumen des Flugverbandshauses in Berlin. Unter den eingeladenen Teilnehmern, die ausdrücklich höchstpersönlich erscheinen sollten, waren Industrieverbandschef Hugo Stinnes, Albert Vögler, Siemens, Otto Henrich (Siemens-Schuckert-Werke), Ernst von Borsig, Felix Deutsch von der AEG, Arthur Salomonsohn von der Disconto-Gesellschaft.

Einziger Tagesordnungspunkt war der Vortrag Stadtlers „Bolschewismus als Weltgefahr“, der die anwesenden Kapitalvertreter von der Notwendigkeit zum Handeln gegen die Revolution überzeugen sollte. In der allgemeinen Betroffenheit über den Vortrag soll Stinnes nach Stadtlers Erinnerungen geäußert haben, er halte jede Diskussion für überflüssig, er teile Stadtlers Ausführungen „in jedem Punkte“ und schlage vor, die deutsche Wirtschaft solle deshalb 500 Millionen Mark bereitstellen. Im Nebenzimmer sei diese Summe bewilligt worden und über die Verbände der Industrie, des Handels und der Banken auf das deutsche Kapital umgelegt worden. Ein neu gebildetes Kuratorium habe die Gelder verwaltet. Einem Vertrauensmann von Hugo Stinnes sei dieser Fonds zur Betreuung und Verteilung anvertraut worden. Gelder aus diesem Fonds seien von da an großzügig an alle antibolschewistischen Gruppen geflossen, u. a. folgende Organisationen:

  • die Antibolschewistische Liga unter dem Tarnnamen Generalsekretariat zum Studium und zur Bekämpfung des Bolschewismus
  • die Vereinigung zur Bekämpfung des Bolschewismus
  • die Bürgerratsbewegung (vgl. Reichsbürgerrat)
  • Werbebüros für die Freikorps
  • Studentenarbeitsstellen
  • Selbstschutzformationen (vgl. Einwohnerwehren)
  • die Kassen der aktiven Truppen
  • die Sozialdemokratische Partei Deutschlands.

Während sich einige dieser Organisationen mehr oder minder moderat verhielten, fiel die "Vereinigung zur Bekämpfung des Bolschewismus" durch Hetzplakate auf, auf denen u. a. sogar Kopfprämein auf Vertreter des Spartakus-Bundes ausgesetzt wurden. Für diese Plakate entstanden entsprechend dem Anspruch der Vereinigung einige der beeindruckendsten Grafiken im Kampf gegen den Bolschewismus.

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